Bewerbungen
Sowohl in meinem Berliner Büro als auch im Wahlkreisbüro in Hamburg besteht für engagierte und interessierte junge Menschen die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren. Sie lernen dabei die parlamentarische Arbeit kennen, begleiten mich zu Sitzungen, Veranstaltungen und wichtigen Terminen und unterstützen mich durch zahlreiche Tätigkeiten bei meiner Arbeit als Abgeordnete.
Wenn Sie interessiert sind, übersenden Sie mir einfach die üblichen Bewerbungsunterlagen mit Angabe des gewünschten Orts und Zeitraumes per Mail an sylvia.canel@bundestag.de oder an folgende Adresse:
FDP-Bundestagsfraktion
Sylvia Canel, MdB
Platz der Republik
11011 Berlin
Ich freue mich auf Ihre Bewerbung.
Bericht von Daria Yatsenko
Mein Name ist Daria Yatsenko, ich habe vor kurzem mein Masterstudium im Fach European Studies abgeschlossen und kurz danach ein IPS-Stipendium bekommen.
In diesem Jahr feiert das Internationale Parlaments-Stipendium Programm des deutschen Bundestages das 25. Jubiläum. 120 junge Leute aus 28 Nationen bekommen die Möglichkeit im Laufe von 5 Monaten die Arbeit des deutschen Bundestages unmittelbar zu erleben, um diese Erfahrung für die Stärkung der Demokratie und der internationalen Arbeit in ihrer Heimat einzusetzen.
Als ich zum ersten Mal über dieses Programm gelesen hatte, war ich ehrlich gesagt skeptisch. Ein Praktikum in einem Abgeordnetenbüro? Kaffee machen und Papierkram ? das fällt einem sofort ein. Aber nach einer gründlichen Kosten-Nutzen-Analyse habe ich mich trotzdem entschieden, eine Bewerbung zu schreiben. 5 Monate später durfte ich das Büro der Bundestagsabgeordneten Sylvia Canel betreten.
Man muss anmerken, dass die Stipendiaten weder die Fraktion, noch den Themenbereich wählen dürfen. Man kann zwar Präferenzen äußern, die Veranstalter bemühen sich auch auf die Wünsche der Stipendiaten einzugehen, aber das klappt nicht immer und man muss darauf eingestellt sein bei einer ungewünschten Fraktion oder in einem uninteressanten Ausschuss zu landen. In dieser Hinsicht habe ich Glück gehabt. In unserem Büro hatten wir keine gravierenden Meinungsunterschiede. Mit dem Ausschuss passte es perfekt, weil ich mich gerade für die Bildungspolitik interessiere. Ich wurde wirklich sehr herzlich begrüßt. Die Mitarbeiter haben sich extra Zeit genommen, um noch vor dem Beginn der Sitzungswoche mit mir abzusprechen, wie mein Praktikum ablaufen wird, welche Aufgaben ich bekommen werde usw.
Während der ersten Sitzungswoche habe ich Frau Canel persönlich kennengelernt. Sie hat einen sehr positiven Eindruck gemacht, der sich später auch mehrmals bestätigt hat. Ich hab von ihr unheimlich vieles gelernt. Frau Canel ist sehr kompetent in vielen Bereichen.
Ich durfte alle Gremien besuchen: Arbeitsgruppe, Arbeitskreis, Beiräte. Am spannendsten fand ich die AG. Da werden interne Fragen besprochen und die ganzen Anträge vorbereitet. Es hat mich wirklich überrascht, dass ich immer dabei sein durfte. Das ist nämlich die Transparenz, die in meinem Land immer noch fehlt. Ich muss auch anmerken, dass alle Abgeordneten unheimlich nett zu mir waren, wie übrigens zu allen anwesenden Praktikanten, haben jeden persönlich begrüßt. Das sind alles Einzelheiten, die sich auch in der großen Politik wiederspiegeln.
Dieses Praktikum ist eine gute Kombination vom Beobachten und Mitmachen. Meine Bedenken hinsichtlich der Aufgaben im Büro waren absolut unberechtigt. Kaffee habe ich niemals gemacht. Ich kann mich den anderen Stipendiaten nicht anschließen, die sich ?ständig unterfordert? fühlten. Ich habe vor allem die wissenschaftliche Mitarbeiterin unterstützt. Außer Recherchen habe ich mich mit dem Abfassen von Reden, Artikeln und Briefen beschäftigt, sowie auch mit der Vorbereitung von Sitzungen und anderen Terminen.
Zu den Highlights des Programms gehört die Wahlkreisreise. Was die Arbeit im Wahlkreisbüro angeht, man merkt sofort die Unterschiede zu Berlin. Es geht um den unmittelbaren Kontakt mit den Bürgern. Diese Aufgabe nimmt Frau Canel sehr ernst. Sie nimmt sich besonders viel Zeit für die Parteifreunde. Im Wahlkreis kann man also sehr gut beobachten, wie die Öffentlichkeitsarbeit gemacht wird. Dazu gehört auch Besuch von zahlreichen Veranstaltungen, die oft bis spät in die Nacht dauern. Dabei geht es um den Netzwerkausbau, was eine entscheidende Rolle in der Politik spielt.
Jetzt hoffe ich, dass ich irgendwann die Möglichkeit bekomme, diese Erkenntnisse in meinem Land oder in der internationalen Arbeit umzusetzen.
Das Internationale Parlaments Stipendienprogramm (IPS)
Im Rahmen des Internationalen Parlaments Stipendiums (IPS) vergibt der Deutsche Bundestag mit den drei Berliner Universitäten jährlich ca. 120 Stipendien für junge Hochschulabsolventen aus 28 Nationen. Innerhalb des Progamms arbeiten die Stipendiaten in einem Abgeordnetenbüro im Deutschen Bundestag und nehmen an Seminaren der drei Berliner Universitäten teil. Das IPS fördert das Verständnis für kulturelle Vielfalt durch den Austausch, Verständnis und Kooperation zwischen den Teilnahmeländern und unterstützt die Bildung von Netzwerken.
Ich habe mich für das IPS direkt nach meinem Abschluss beworben, genauer gesagt im Mai letzten Jahres. Danach habe ich viel Zeit mit der Zusammensetzung von meinen Bewerbungsunterlagen verbracht, da ich mich so gut wir es ging präsentieren wollte. Anschließend wurde ich zu dem Bewerbungsgespräch Anfang Dezember eingeladen und als ich dann einige Tage später ausgewählt wurde, war es das schönste Weihnachtsgeschenk. Die danach folgenden Monate verliefen sehr schnell, da viele Einzelheiten noch geklärt werden mussten. Im März dieses Jahres wurde mir das zugeteilte Büro im Bundestag vorgestellt. Alle waren nett und alles ist sehr gut gelaufen.
Im Büro von Frau Canel bin ich mittlerweile fast 4 Monate. Da ich schon vor dem Praktikum den Wunsch geäußert habe, für die FDP zu arbeiten, war ich mit der Zuteilung am Anfang zufrieden. Also alle Voraussetzungen für eine gelungene Zusammenarbeit waren erfüllt. Denn meiner Meinung nach ist es von Vorteil, wenn man sich mit der politischen Orientierung im Büro selbst definieren kann. Dann ist man auch selber überzeugt und man kann effektiver arbeiten. Es ist mir bewusst, dass gerade die Mitarbeiter sich an der Repräsentation und Erfolg von Abgeordneten im großen Ausmaß beteiligen. Bei der Erfüllung von den Aufgaben habe ich immer daran gedacht und mein Bestes gegeben. Es wurden mir feste und verantwortungsvolle Aufgaben zugeteilt, worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe. Ganz wichtig fand ich, dass ich bei jeder Unklarheit immer nachfragen konnte und dass ich das Gefühl hatte, dass meine Aufgaben sinnvoll sind und dass ich durch meine Arbeit einen effektiven Beitrag leisten kann. Oft wurde auch meine Meinung gefragt, was ich sher schätze.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Praktikum im Büro von Frau Canel eine Bereicherung für meine berufliche Zukunft ist. Ich habe mich mit allen Aufgaben identifiziert und finde es sehr angenehm, in dem Büro zu arbeiten. Durch die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter wurde ich immer selbssicherer und professioneller. Ich finde, dass wir ein gutes Team geworden sind.
Bericht von Maximilian Theissig
Widerwillig muss ich am heutigen Tag meinen Schreibtisch räumen. Es war für mich und mein Studium (Politikwissenschaft) äußerst hilfreich, Politik einmal ?praktisch? erleben zu dürfen. Beginn meines Praktikums war der 20.09.2010, mittlerweile bin ich sechs Wochen hier und habe heute meinen letzten Arbeitstag. Das Team mit dem Frau Canel in Berlin zusammenarbeitet hat mir einen äußerst netten und wohligen Empfang bereitet. Ich fühlte mich von vornherein integriert und zwar nicht nur als Praktikant, sondern als Teil des Teams. Abwechselnde Tätigkeiten machten jeden einzelnen Arbeitstag zu einem besonderen Erlebnis, sodass nie auch nur ansatzweise Langeweile aufkam. Es waren die verschiedensten Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Recherche für Ausschusssitzungen, der Besuch des Beirats, Bürgerbriefe beantworten oder aber auch einfach nur Post sortieren, die ständig für Abwechslung sorgten. Ebenfalls bestand die Möglichkeit, Plenarsitzungen zu besuchen, sodass ich auch Eindrücke sammeln konnte, die außerhalb des Tätigkeitsfeldes (Bildung & Forschung, TAB) von Frau Canel lagen. Gestern hatte ich das Glück, die aufsehenerregende Atomstreitdebatte mit zu verfolgen. So konnte ich detaillierte Einblicke in die parlamentarische Arbeitswelt der Politik erlangen, die für mein weiteres Studium mit Sicherheit hilfreich sein werden. Das Praktikum hat mir, obwohl ich die ersten drei Wochen des Wintersemesters verpasst habe, einen riesen Spaß bereitet und ich würde es jederzeit wieder machen und kann jedem, der sich für Politik interessiert, ein solches Praktikum nur empfehlen.Bericht von Nora Voß
Trotz meines Studiums der Politikwissenschaft dachte ich immer, die Arbeit im Bundestag ist durchzogen von Papierkram, trockenen Gesetzestexten und allgemein viel Bürokratie – also alles andere als aufregend. Es brauchte keinen Tag um mich vom Gegenteil zu überzeugen. Nach einem ausgesprochen herzlichen Empfang des gesamten Büros erhielt ich gleich am ersten Tag einen umfassenden Überblick über meinen zukünftigen Arbeitsalltag: Autogrammwünsche beantworten, Recherchieren, Post sortieren, Übersichten zusammenstellen und Bürgerbriefe beantworten. Bei dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen lernten wir uns kennen. Mein erster wirklich positiver Eindruck von Frau Canel und ihrem Team hat sich in den folgenden Wochen bestätigt.
Nach einer kleinen Führung durch das Jakob-Kaiser-Haus ging es vollgepumpt mit vielen spannenden Informationen und Aufgaben- und im stolzen Besitz eines blauen Hausausweises (mit dem man wirklich überall hingehen kann!) - am Abend zur Arbeitsgruppe „IT“, in der Frau Canel Mitglied ist. Die anderen Tage der insgesamt drei Sitzungswochen, die ich mitmachen durfte, verliefen mindestens genauso spannend. Auf der Tagesordnung standen Besuche im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Beiratsitzungen, Arbeitsgruppen und Gespräche mit Vertretern aus der Wirtschaft und verschiedenen Verbänden und in der letzten Woche sogar eine Fraktionssitzung mit Besuch des Präsidenten des europäischen Parlaments. Ich hätte nicht mehr erleben können! Ein besonderes Highlight war für mich immer die Arbeitsgruppe Bildung mit anderen bildungspolitisch engagierten Abgeordneten wie dem Vorsitzenden Patrick Meinhardt und den zwei Fraktionsreferenten für Bildung und Forschung. Hier wurden fraktionsintern aktuelle Fragen zur Bildungspolitik diskutiert und Strategien erarbeitet, der Ausschuss vorbereitet und wenn es darauf ankam auch mal Tacheles geredet.
Nach und nach wurden mir auch verantwortungsvollere langfristige Aufgaben übertragen (Kaffee kochen gehörte nicht dazu!), was dazu beitrug, dass ich mich innerhalb kürzester Zeit als ein Teil des Teams fühlte. Dazu gehörten viele Rechercheaufgaben zur Vorbereitung verschiedener Sitzungen und Anträge. Die Haushaltswoche („In der Haushaltswoche ist alles ein Bisschen anders“- Zitat aller Mitarbeiter) bot dann die Gelegenheit außerordentliche Termine wahrzunehmen, da die Abgeordneten zwar aufgrund der Abstimmung über den Haushalt Anwesenheitspflicht haben, aber viele Arbeitskreise und Ausschüsse nicht tagen und somit Zeit bleibt. So fand ein Treffen mit der kolumbianischen Botschafterin statt, das ich zusammen mit Frau Canels wissenschaftlicher Mitarbeiterin vorbereiten durfte.
Neben den vielen Gesprächen und Sitzungen freute ich mich auch besonders darüber, viele neue Kontakte zu knüpfen und sehr aufgeschlossene Politiker und Mitarbeiter kennen zu lernen, deren Einsatz mich nach wie vor sehr beeindruckt. Jeden Tag stieg ich stolz mit einem Lächeln aus der S-Bahn und freute mich auf den kommenden Arbeitstag. Ich beende mein Praktikum nach fünf unvergesslichen Wochen, in denen ich viel mehr gelernt habe, als „nur“ parlamentarisches Arbeiten und Akten sortieren und bedanke mich herzlich für die tolle Zeit.




